Drei Leben nach dem GAU

Drei Leben nach dem GAU

Ausstellung zum 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe und Spendenaktion
Von Anthoula Grigoriadou

KASSEL. Ernst, nachdenklich und etwas traurig schaut Swetlana auf dem Bild. Was geht in ihrem Kopf vor? Bei der Eröffnung der Ausstellung „Wunden heilen langsam – drei Leben danach“ in der Kasseler Versöhnungskirche ging es um drei Kinderschicksale nach dem Katastrophentag in Tschernobyl.
„Es ist nun 25 Jahre her, dass sich das Leben vieler Menschen von einem Tag auf den anderen verändert hat“, sagt Jochen Ziemer, Sprecher der Kasseler Außenstelle der Tschernobyl-Initiative Schöppenstedt. Wie soll eines so schrecklichen Ereignisses gedacht werden? Mit Informationen über die vielen Toten? Über die schrecklichen Krankheiten, unter denen noch in vielen Jahren die Kinder und Kindeskinder der zunächst Betroffenen leiden werden?In den Bildern von Dietrich Wegener fanden die Veranstalter das, was sie gesucht hatten. Keine Provokation, keine verstümmelten Körper oder Zeichnungen von Explosionen. Nein. Dietrich Wegener zeit in 60 ausgestellten Werken auf eine fast schon zärtliche Weise das Leben dreier Kinder: Swetlana, Irina und Olga. Schöne, fröhliche Momente, wie die, als das Mädchen zu einer Erholungsreise nach Deutschland geschickt werden. Aber auch traurige, schmerzvolle Augenblicke, die Olgas Vater zeigen, wie er mit einer Wodkaflasche in sich versunken am Küchentisch sitzt. Hoffnungslos, gezeichnet von der Katastrophe.“Zwei Ereignisse haben die Tschernobyl-Katastrophe zur Aktualität gebracht“, sagte Dekanin Barbara Heinrich. „Zum einen die Ereignisse in Fukushima. Und zum anderen die dringend notwendige Betonhülle um den Katastrophenreaktor von Tschernobyl.“
Einige der 100 Besucher der Ausstellungseröffnung erinnerten sich an die Situation in Kassel nach dem Super-GAU vor 25 Jahren. „Die Spielplätze waren leer und die Kinder durften sich nur drinnen aufhalten“, sagte Martina Wetzel-Heuckeroth. Die Ereignisse in Fukushima allerdings erlebt sie um einiges Intensiver. „Ich mache mir Sorgen um meine Familie. Ulrich und Heike Huster erinnerten sich an eine große Unsicherheit. „Die Informationen waren spärlich. Es war zwar klar, dass man nicht von heute auf morgen krank werden würde, aber die Situationen war doch erschreckend.“
Einig waren sich die Veranstalter in einer Sache: Gedenken allein bringt nichts. Und so starteten sie eine Spendenaktion unter dem Motto „Euros zu Vitaminen“. Das Geld kommt dem Kindererholungsheim Nadeshda in Weißrussland zugute. „Damit sollen gesunde Nahrungsmittel eingekauft werden“, sagte Jochen Ziemer.

Artikel: HNA
Foto: Grigoriadou

 

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